Etwas Befremdliches — aber irgendwo doch etwas sehr Gutes — ist soeben geschehen: In einem Informationsartikel für Entwickler, welcher auf dem Google eigenen Blog erschienen ist, kündigt Google an, dass alle Android OS 4.0 Ice Cream Sandwich-Geräte, die einen Zugang zum Android Market haben, mit dem „Holo“-Code ausgestattet werden müssen.

Holo ist das native Erscheinungsbild in OS 4.0 Ice Cream Sandwich. Darin enthalten sind Elemente wie Widgets, Regler, Textfelder oder Buttons. Sie haben eine einheitliche Optik, die man bereits aus OS 3.0 Honeycomb kennt.
Keine Bange: Hersteller wie HTC, Samsung Electronics, Sony und LG dürfen nach wie vor ihre Geräte (Smartphones und Tablets) mit ihrer Oberfläche individualisieren. Wichtig ist nur, dass der Holo-Code im System sitzt.
Auch wenn die Wörter „Pflicht“ oder „obligatorisch“ nicht zum Thema Open Source passen, ist doch der daraus resultierende Effekt wohl überlegt: Entwickler müssen ihre Applikationen nicht mehr(!) händisch für verschiedene Geräte und dessen Oberflächen anpassen. Sie können festlegen, ob ihre App die native Gestaltung (Holo UI) oder eine Herstelleroptik (Samsung TouchWiz UI, HTC Sense UI, Sony Ericsson Timescape UX und so weiter) übernimmt. Entscheidet sich der Entwickler für die native Optik, so entsteht ein einheitlicher und Geräte-übergreifender Look. Ein weiterer Vorteil der originalen System-Oberfläche: Erscheint in Zukunft eine neue Android OS-Version, so ändert sich stets die Optik der App mit.
Auch wenn es Google nicht kommuniziert, oder wir es aktuell etwas zuspitzen: Die Pflicht, eine Standard-Oberfläche (betrachtet ab Ice Cream Sandwich) könnte das Ende der bekannten Android-Fragmentierung sein.
Oder wie seht Ihr es…?