Google Inc., präsentiert Android OS 4.1 Jelly Bean.

Auf der heutigen I/O-Keynote hat Google zahlreiche neue Produkte vorgestellt. Darunter auch Android OS 4.1 Jelly Bean — der Nachfolger der jetzigen Version OS 4.0 Ice Cream Sandwich.
Der Suchmaschinenbetreiber hat zunächst einige Kennzahlen aus der Android-Galaxy bekanntgegeben. Die Install base zählt 400 Millionen Geräte. Täglich werden 1 Million aktiviert; das sind 12 Android OS-Geräte in der Sekunde. Der Google Play Store beinhaltet 600.000 Apps — installiert wurden bisher 20 Milliarden in mehr als 190 Länder der Welt.
Eines der wichtigsten Features von Android OS 4.1 Jelly Bean ist „Project Butter“. Der Name steht für einen geschmeidigen Bewegungsablauf. Homescreen, Launcher — prinzipiell das ganze System arbeitet nun mit 60 Bildern pro Sekunde. Der Faktor smoothness soll dreimal besser sein, als aktuell in Android OS 4.0 Ice Cream Sandwich.
Das neue Betriebssystem bringt eine kleine Änderung in Bezug auf Homescreens. Widgets verkleinern oder vergrößern kannte man schon, doch nun ordnen sich die Icons drumherum automatisch an. Positioniert man ein Widget auf einer schon von Icons belegten Fläche, dann platzieren sich die Icons automatisch auf einer nächst freien Fläche. Hinzu kommt eine neue Wurfgeste, die das Entfernen von Widgets oder Icons ermöglicht.
Aus einem Betaprojekt ist die Funktion „predictive keyboard“ (= „voraussagende Tastatur“) entstanden. Der eine oder andere kennt das Projekt noch. Es wurde später in Google Blogger integriert. Wie dem auch sei, der Name sagt‘s: Die Tastatur schlägt Wörter vor, die meinen Satz vervollständigen könnten. Zum Beispiel: Ich will… das; heute; machen; und…
Applaus von dem Publikum gab es bei dem Punkt „Offline Voice Typing“. Bisher war es so, dass man für das Tippen über die Sprachfunktion Internet brauchte. Dies ist jetzt nicht mehr der Fall. Android OS 4.1 Jelly Bean hat‘s integriert.
Apropos Sprache, mit Jelly Bean bringt Google 18 weitere Eingabesprachen auf die Android-Plattform. Darunter Hindi, Hebräisch, Arabisch, Thailändisch und viele mehr.
Auch in Sachen Bedienungshilfen gibt es Neuigkeiten: Für Menschen mit Einschränkungen gibt es neue Gesten und Hilfen.
Google sagt, dass in Ice Cream Sandwich die Verschlusszeit beim Aufnehmen eines Bildes verbessert wurde, indem man diese reduziert hat. In Jelly Bean wurde das Nachher verbessert: Das Wechseln von Live-Bild zu Galerie klappt sehr nahtlos und animiert. Mit einer Pinch-to-Zoom Geste kann man das aktuell Bild verkleinern und in die Überblick-Ansicht gehen.
NFC ist immer stärker im Kommen, daher hat Google auch hier etwas Neues. Mit Android Beam kann man nun Bilder und Videos per NFC teilen (ich vermute mal, dass beide Geräte über NFC vermittelt werden und der eigentliche Transfer über WiFi-Direct klappt; eine Art S Beam von Samsung Electronics). Mittels Android Beam kann man nun das eigene Gerät auch mit anderen Bluetooth-Geräten, wie zum Beispiel mit einen Lautsprecher, verbinden. Ähnliche wie Nokias Lösung mit Nokia Play 360° Bluetooth Lautsprecher.
Ein großes Feature ist die Benachrichtigungsleiste in Android OS 4.1 Jelly Bean. Das Erste, was verbessert wurde: Einzelne Benachrichtigungen zeigen deutlich mehr Informationen, als aktuell in Ice Cream Sandwich. Jedes Element besitzt nun eine eigene Aktionsfläche, auf der sich einfache Funktionen befinden. Einfaches Beispiel: In der Benachrichtigungsleiste sehe ich einen verpassten Anruf, gleich darunter sitzt eine Schaltfläche mit der Aufschrift „Zurückrufen“ oder „SMS schreiben“. Dies funktioniert nicht nur mit der Telefon-, sondern mit jeder App: Kalender, Google+, Radio-Apps und viele mehr.
In Android OS 4.1 Jelly Bean hat Google einen großen Wert auf „Google Search“ gelegt. So gibt es eine neue UI, die mittels der Funktionseinheit „Knowledge Graph“ Fragen beantwortet und diese visuell darstellt. Dazu gehören einfache Fragen wie: Wer ist der Premierminister von Japan? Oder: Was ist die Definition von Roboter? Die Fragen werden nicht nur mit Text, sondern auch mit Bildern und Videos beantwortet.
Etwas vorausschauender ist der Punkt „Google now“. Das Gerät erinnert, meldet, alarmiert, mit und ohne Ton, visuell oder durch Haptik seinen Besitzer auf Dinge, die noch bevorstehen (könnten). Ein smartes System, das durch Daten im Kalender, Telefongewohnheit, Suchverläufe und Orte, die man besucht hat oder besuchen möchte, dazu lernt. Konkretes Beispiel: Ein Flug steht im Kalender an. Jelly Bean kann diesen auslesen und schon eine Zeit vorher den Weg zum Flughafen per Google Navigation kalkulieren. Gibt es unterwegs einen Stau, so wird der Nutzer vorher darauf aufmerksam gemacht.
Android OS 4.1 Jelly Bean wird Mitte Juli 2012 per FOTA (drahtloses Update) auf den Geräten Google Galaxy Nexus, Google Nexus S und Motorola XOOM verteilt.
Entwickler bekommen schon heute ein SDK, um ihre Apps auf das neue Betriebssystem vorzubereiten. Zusätzlich zu dem SDK, gibt Google erstmals ein PDK (Plattform Development Kit) raus. Das PDK ist für Hersteller bestimmt. Ziel des PDKs ist: Eine zeitnahe Aktualisierung. In Zukunft erhalten alle Hersteller das PDK 2-3 Monate vor dem Release einer neuen Android OS-Version.