Von am 07.05.2012 um 16:02:09 Uhr veröffentlicht, 12 Kommentare Google+-Logo

Ständiges E-Mail Checken gefährdet die Gesundheit

Forscher empfehlen Arbeitnehmern regelmäßigen oder kompletten „E-Mail Urlaub“.

Ständiges E-Mail Checken gefährdet die Gesundheit

Der Zeiger rückt auf 17:00 Uhr. Man reibt sich müde über die Schläfen, schlägt sich den Mantel über und stürzt in die pulsierende Stadt hinaus: Endlich Feierabend! Man setzt sich in die vollgestopfte U-Bahn, hat sich gerade noch einen Sitzplatz ergattern können und könnte sich jetzt etwas entspannen. Könnte. Denn ein innerer Automatismus lässt uns in die Jackentasche greifen, nach dem Smartphone angeln und die neuesten E-Mails checken. Immerhin könnte der Chef in den letzten fünf Minuten gemailt haben, der Kunde noch eine wichtige Anmerkung machen wollen oder die Sekretärin einen verpassten Anruf mitteilen.

Und abends beim Zubettgehen ist es ein einfaches, noch einmal schnell zu unserem Smartphone zu greifen, um ein letztes Mal auf den virtuellen Posteingang zu starren. Diese Technik ist natürlich hoch wirksam, die effiziente und ständige Vernetzung bedeutet eine rasante Kommunikation. Aber das lässt uns auch nicht zur Ruhe kommen. Die Forschung bestätigt das jetzt: Wer ständig seine E-Mails checkt, der gefährdet seine Gesundheit in erheblichem Maße. So wird das Herz in sofortiger Alarmbereitschaft versetzt, sobald der Arbeitnehmer seine Nachrichten abruft. Der Stresspegel steigt konsequent nach oben und Arbeitnehmer können sich nur schlecht konzentrieren.

Wer auf E-Mails und das ständige Abchecken eben dieser verzichten kann, kann die Gefährdung einer Herz-Kreislauferkrankung senken. Auch der Stress sinkt und die Konzentration bei der Arbeit steigt — was qualitativere Ergebnisse zufolge hat. Die Arbeitsproduktivität kann also gesteigert werden, wenn auf ständige Kommunikationsmöglichkeiten verzichtet wird.

Aber können wir das nicht auch persönlich bestätigen? Mir geht es nicht anders: Ständig stehe ich unter Zugzwang, wenn ich eine neue Nachricht in den Posteingang flattern sehe. Ich bin ständig abrufbar, in Bereitschaft und dank Smartphone auch niemals offline. Wenn ich gerade konzentriert an etwas arbeite, wird dieser Workflow durch das hysterische Piepen meines Devices unterbrochen, weil ich natürlich das Ausschalten vergessen habe. Die Welt hat sich vernetzt — und wir sind darin gefangen, als wären wir von einer Spinne eingewickelt worden. Wir machen also im Grunde niemals Pause, denn wir denken doch oft: Ach, die Mail kann ich jetzt noch schnell beantworten. Und das denken wir, während wir einen spannenden Film sehen oder uns beim Abendessen in einem Restaurant entspannen sollen. So sind wir immer woanders und nie da, wo wir gerade tatsächlich sind.
„I think it’s hard for people to be self-disciplined enough to give up email. But I could see people taking a day off of email if they could afford it, and their supervisor let their colleagues know that this person won’t be responding to emails. It would be good for their health.“
Ich persönlich finde nicht, dass man die Möglichkeiten des Internets vollkommen aufgeben sollte. Ich denke aber, dass man Korrespondenzen genauso wie alles andere im Leben in Maßen konsumieren sollte. Ich denke, dass ein verantwortungsbewusster Arbeitnehmer wie auch -geber einen bewussten Umgang mit Smartphones, Computer und Co. zu schätzen weiß. Es zeugt doch sehr von Persönlichkeitsstärke, seine Grenzen zu kennen und auch für sich zu arbeiten. Für seine Gesundheit nämlich.

Wie seht Ihr das? Nutzt Ihr Euer Smartphone 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und seid so auch mit Eurer Arbeit/Schule/Uni vernetzt? Könnt Ihr auch mal darauf verzichten?

[Quelle: University of California, Irvine]

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Veröffentlicht unter: Allgemein

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12 Kommentare

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Ben
| 13 Kommentare bisher abgegeben

Sehr guter und interessanter Beitrag – und auch ich selbst erwische mich oft dabei. Ich habe nun die Abfragehäufigkeit der Mails verändert – es hilft in einigen Situationen wirklich. Sollte etwas so dringend sein, dass es nicht warten kann – dann muss halt ein Anruf getätigt werden…

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edvin
| 120 Kommentare bisher abgegeben

schräääääääääg

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Da ich kein Smartphone habe und mein Handy mit E-Mails nicht umgehen, nein. Die zweite Frage erklärt sich von selbst.

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krucki
| 125 Kommentare bisher abgegeben

Ich checke die Emails morgens und abends privat, und wenn ich nebenbei (Studium) in der Firma bin, dann läuft Outlook immer im Hintergrund. Von meinem Smartphone habe ich aber Emails verbannt. Wer was möchte, der kann anrufen wenn es wichtig ist.

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Lockelie
| 36 Kommentare bisher abgegeben

ich nutze mein smartphone ständig, so wie es gerade töne von sich gbt schaue oder lese ich was sache ist.
ich nutze privatr aber keinerlei geschäftliche dinge also emails und co.
sobald ich im auto sitze schalte ich ab bis ich wieder im büro sitz am nächsten tag.

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Lala
| 5 Kommentare bisher abgegeben

Ich habe mehr Angst krank zu werden weil ich alle 2 Minuten auf bestboyz.de schaue was los ist…!

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Hans
| 1 Kommentare bisher abgegeben

Interessanter Beitrag, ich bin auch der Meinung man sollte sich mal Zeit für das reale Leben nehmen. Deswegen habe ich auch kein Smartphone, sondern ein Tastenhandy ohne Internetzugang :D mehr brauch ich auch nicht.

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JD
| 147 Kommentare bisher abgegeben

Ja des gilt aber dann für alle Dienste wie z.B. Whatsapp,twitter,facebook und und und … . Und nicht nur das sondern auch den Foren dann Bestboyz, Engadget, Pocketnow… .
Also wenn ich für alles das Krank macht mich verabschiede dann kann ich ja gleich in einer Hölle wohnen aber bin ich dann dort sicher ? XD

MFG JD

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Simba
| 121 Kommentare bisher abgegeben

Da ich freiberuflich tätig bin, ist das bei mir so eine Sache. Da weiss ich es schon zu schätzen, dass ich via E-Mail auch unterwegs einiges regeln kann – selbst Faxe erreichen mich unterwegs auf diesem Weg.

Aber nach Feierabend wird das virtuelle Postfach nicht mehr abgefragt. Kein Akku würde das auf die Dauer überleben… viel schwieriger finde ich es aber mittlerweile, sich im Privatbereich ebenso entschieden zu verhalten – da heisst es schnell mal mehr oder weniger vorwurfsvoll: “Ja, hast Du meine SMS denn nicht gelesen?!”. Manchmal ertappe ich mich auch selbst bei solchen Gedanken. Es ist wohl eben doch nicht so leicht, nach Feierabend einfach mal den Stecker zu ziehen…

Einer der besten Beiträge in letzter Zeit bei BestBoyZ… einfach top – bitte mehr davon! ;)

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GAst
| 475 Kommentare bisher abgegeben

wie du schon geschrieben hast. man muss seine grenzen kennen. ab 18uhr interessiert mich nichts berufliches mehr. wenn der chef anruft kommt er halt auf die mailbox ..

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badaos
| 46 Kommentare bisher abgegeben

diggah ich hab nichtmal ein handy

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Joe
| 20 Kommentare bisher abgegeben

Ja! Nicht die Arbeit, aber wegen lauter Mails von Blog- und Foren-Beiträgen, Versandbestätigungen, Facebook-Updates etc checke ich alle 20 Min meine Mails. Es gibt eben immer eine kleine Neuigkeit, die man mal eben konsumieren kann, auch wenn es nur die x-te Meinung zum hässlichen SGS III-Design ist.

Am schlimmsten sind aber die Schnäppchenblogs, die machen wirklich süchtig, da macht es leider auch Sinn häufiger mal reinzuschauen, denn gute Angebote gelten häufig nur kurze Zeit.

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