Von am 10.08.2012 um 19:45:23 Uhr veröffentlicht, 56 Kommentare Google+-Logo

Review: Google Nexus 7


Die Story

Das Google Nexus 7 beziehungsweise die Hardware dessen ist eigentlich gar nicht so neu: Anfang des Jahres, Januar 2012, hat ASUS auf der Consumer Electronics Show 2012 der Welt das „ASUS Eee Pad MeMO 370T“ vorgestellt — ein 7-Zoll Tablet mit Quad-Core Prozessor, IPS-Display, 3G, 1GB RAM und 8-Megapixel Kamera. Ein schon damals sehr verlockendes Gerät, da Chiphersteller NVIDIA am selben Abend den Verkaufspreis von 250 US-Dollar bekannt gegeben hat. Monate sind vergangen und das Tablet ist nicht wie angekündigt auf den Markt erschienen. Die Ursache kommt aus Mountain View, Kalifornien. Google möchte das Tablet für sich haben. Das Nexus 7 ist eine Hardware-schlechtere Variante des ASUS Eee Pad MeMO 370T. Das „schlecht“ bezieht lediglich auf die nicht vorhandene 8-Megapixel Kamera und das 3G-Modul.

Verpackung

Verpackung des Google Nexus 7

Das Nexus 7 kommt in einer simplen Verpackung, auf der sogar die deutsche Anschrift des Herstellers ASUS aufgedruckt ist. Dabei ist ein „Quick Start Guide“, das den Nutzer über den Erststart unterrichtet. Des Weiteren gibt es eine Garantiekarte, die bekannte Fehler beschreibt und die Kontaktmöglichkeiten zu ASUS auflistet. Neben dem Papierkram gibt es auch ein microUSB-Kabel und einen Wechselstrom-Adapter — Kopfhörer oder eine Tasche sind nicht dabei.

Aufbau

Google Nexus 7 Google Nexus 7

Android-Tablets gibt es aktuell wie Sand am Meer, einige sind gut verarbeitet, andere schlecht. Das Nexus 7 liegt auf einer Bewertungsskala von eins bis zehn auf fünf, wobei es gilt: Je höher, desto besser. Wie bei fast jedem Smartphone oder Tablet, kommt auch das Displayglas des Google Nexus 7 von Corning, Inc. Das widerstandsfähige Gorilla Glass ist 1mm dick und schützt vor leichten Kratzern. Umrandet wird das Display von einem schwarz glänzenden Rahmen, der zwar Fingerabdrücke magnetisch anzieht, doch diese nur in hellem Licht zurückwerft. Erst die Rückseite macht das Google Nexus 7 etwas hochwertiger. Zugegeben, sie besteht aus Kunststoff, wirkt dennoch wie Gummi — eine Art Softtouch-Oberfläche. Die Applikation der Rückseite ähnelt die eines Herrenportemonnaies. Dadurch, dass gerade diese Oberfläche die meiste Zeit mit den Händen in Kontakt kommt, ist die Haptik angenehm. Die Kanten der vorderen Seite sind leicht abgeschrägt — die der Rückseite stark abgerundet.

Google Nexus 7

Physikalische oder elektronische Tasten, die auf der vorderen Seite sitzen sollten, gibt es bei dem Nexus 7 nicht. Wie bei dem Galaxy Nexus verwenden Google und ASUS virtuelle Tasten, die da sind, wenn man sie braucht. Auf der linken Seite sitzt das erste Mikrofon und gleich darunter vier sogenannte Pogo-Pins für eine Dockstation. Auf dem Fußbereich findet man zentriert den microUSB-Anschluss, der dafür sorgt, dass das Gerät Storm und Daten über den Computer bekommt. Etwas weiter rechts wurde ein 3,5mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer platziert. Oben auf der rechten Seite befindet sich der An-Aus/Wake-Sleep-Knopf sowie darunter die Lautstärkewippe. Alle drei sind gut erreichbar und bieten einen angenehmen Druckpunkt.

Format

Google Nexus 7

Wie der Name bereits sagt, ist das Nexus 7 ein 7-Zoll Gerät. Man fragt sich sicherlich, ob es mit einer Hand bequem gehalten werden kann? Die Antwort darauf: Ja, das klappt. Eine durchschnittlich große Hand muss nicht komplett geöffnet werden, damit das 120mm breite Tablet in die Hand passt. Es ist 10,45mm dünn und dabei 198,5mm breit — mit diesen Dimensionen kann es locker in der hinteren Jeanstasche untergebracht werden. Gerade weil es leichte 340g wiegt, macht sich das Transportieren nicht bemerkbar.

Akku und Speicher

Google Nexus 7

Der Akku des Google Nexus 7 ist festverbaut. Er liefert 4.325mAh. Dieser Wert ist für ein 7-Zoll großes Gerät ganz ordentlich. Im Standby-Modus, bei eingeschaltetem WLAN erreichte das Gerät dreizehn Tage. Bei aktiver Nutzung, in unserem Fall mit YouTube, TuneIn Radio, Internet und Ebooks, haben wir sieben bis neun Stunden geschafft. Die Stromaufnahme über den microUSB-Anschluss dauert in der Regel zwei bis drei Stunden.
Das Google Nexus 7 ist in zwei Speicherversionen erhältlich — 8GB und 16GB. Erweitern lässt sich der Speicher leider nicht, man sollte also schon vorher das Richtige für sich auswählen. In fast allen Fällen empfehlen wir die 16GB-Version, da man mit 8GB und den daraus resultierenden 5,92GB nicht weiterkommt.

Technische Daten des Google Nexus 7:

Hersteller Google, Inc.
Produzent ASUSTek Computer, Inc.
Board Grouper
Modell ME370T
Dimensionen 198,5mm hoch x 120mm breit x 10,45mm dick
Gewicht 340g
Akku 4.325mAh
Plattform Android OS 4.1 Jelly Bean
Oberfläche Google Vanilla UI
Prozessor-System NVIDIA Tegra 3 Variante T30L Quad-Core
Leistung 1200MHz im Quad-Core Modus
Leistung 1300MHz im Single-Core Modus
Grafikeinheit NVIDIA GeForce Ultra Low Power
Kurzspeicher 1024MB RAM
Interner Speicher 8GB v 16GB
Externer Speicher nicht erweiterbar
Funk-System Bluetooth 4.0, Nahfeldkommunikation auf 13,56MHz, WLAN 802.11 bgn
Display-Technologie Flüssigkristall (ASUS TruVivid IPS)
Display-Größe 7-Zoll (= 177,8mm)
Display-Auflösung WXGA (= 1280×800 Pixel; 8:5)
Pixeldichte 216ppi bei 1.024.000 Pixel
Primäre Kamera nicht vorhanden
Sekundäre Kamera 1,2-Megapixel (1280×960 Pixel)
Schnittstellen microUSB, 3,5mm-Klinkenanschluss

Software

Auf dem Nexus 7 debütiert Googles neuestes Betriebssystem: Android OS 4.1 Jelly Bean. Der überarbeitete Ice Cream Sandwich-Nachfolger bringt keine großen Features — es sind viel mehr kleine Feinheiten. Ein Feature nennt sich „Project Butter“ und sorgt dafür, dass das System viel geschmeidiger arbeitet. Hierfür hat Google die Bildwechselfrequenz auf 60 Bilder pro Sekunde hochgeschraubt. Ein Nutzer, der zuvor OS 4.0 Ice Cream Sandwich verwendet hat, wird den Effekt kaum spüren.

Zwei neue Funktionen in der Benachrichtigungsleiste Zwei neue Funktionen in der Benachrichtigungsleiste

Zwei Neuheiten gibt es in der Benachrichtigungsleiste: 1. Das oberste Ereignis kann — muss nicht — eine kleine Vorschau beinhalten. Das kann so etwas wie eine E-Mail mit Betreff und Inhalt oder Google+-Nachricht mit einem Auszug sein. Die Funktion ist wirklich nützlich. 2. Auf bestimmte Benachrichtigungen kann man schon direkt in der Leiste eingehen — konkretes Beispiel: Ein empfangenes Bild wird in der Leiste dargestellt und lässt sich schon dort einem Klick speichern. Eine kleine Verbesserung steckt in der Personalisierfunktion: Möchte man ein Widget auf eine durch Applikationen belegte Fläche platzieren, so wird automatisch Platz für das Element gemacht. Mit Android OS 4.1 Jelly Bean bekommen alle Geräte eine komplett überarbeitete Google Suche. Diese besitzt nun eine Siri-artige Sprachsteuerung, die nicht nur präzise arbeitet, sondern sich auch wesentlich angenehmer anhört. Der Suche kann eine Frage wie „Wo ist das nächste indische Restaurant“ gestellt werden. Die Antwort kommt binnen Sekundenbruchteilen und ist visuell gestaltet. In Deutschland sind die Möglichkeiten etwas eingegrenzt — in den USA ist Google Search auf Jelly Bean-Geräten deutlich umfangreicher. So kann man ziemlich genaue Frage wie „Wie hoch ist der Mount Everest“ stellen. Die Antwort beinhaltet dann ein Bild, die Höhe in Meter oder Fuß sowie die Quelle.

Google Now Google Now

Ein Schritt weiter geht‘s mit „Google Now“. Dieses Feature wurde als Projekt vor zwei bis drei Jahren von der heutigen Yahoo!-CEO Marissa Mayer angekündigt, siehe Artikel. Google Now basiert auf kontextuelle Entdeckungen. Im Klartext: Es werden mir Dinge präsentiert, für ich eigentlich hätte eine Suche starten müssen — hierfür scannt das System die Kalendereinträge, wertet regelmäßig den Standort aus und greift auf Verlauf der Google Suche. Ein Beispiel mit Nutzen: Google Now kalkuliert die Distanz und Fahrzeit zu einem anstehenden Termin im Kalender. Ähnlich wie Google Search, arbeitet Google Now in Deutschland nicht im vollen Umfang. Ferner soll das System Flüge, Sportergebnisse oder Kinovorstellungen darstellen können — in den USA geht‘s das schon jetzt.

Apps

 Google Play Books

Neben Google Currents, ist ab Werk auf dem Nexus 7 auch Google Chrome installiert. Der Browser ist schnell, pfiffig und eigentlich der beste für fast alle Plattformen — zumindest, wenn man viele Dienste von Google in Anspruch nehmen möchte. Neben den Standard-Applikationen wie Downloads, E-Mail, Einstellungen, Erde, Galerie und mehr, sind auch Google Play Books und Google Play Music vorhanden. Das Nexus 7 ist ein „Consumption“-Tablet. Besitzer sollen nicht nur ins Internet gehen und E-Mails schreiben, sondern auch Bücher, Filme, Serien, Magazine und Musik kaufen und konsumieren. Dabei ist der Bücher-Dienst „Google Play Books“ der einzige Dienst, den Google in Deutschland offeriert. Anwender aus den USA genießen deutlich mehr Unterhaltung.

Benchmarks

   

Fazit

Googles hauseigenes Tablet, das Nexus 7 ist der Hammer. Zwar ist die Verarbeitung einfach und schlicht, doch die Hardware ist top-aktuell. Gefallen hat uns der Schwarzwert sowie die Betrachtungswinkel des Displays. Lediglich Farben könnten etwas mehr Sättigung haben. Beeindruckend war auch die Gaming- und Systemperformance. Schwierigkeiten könnte es mit dem stark begrenzten Speicher geben. Das Nexus 7, das Mitte September für 250€ auf den Markt erscheinen soll, ist sehr empfehlenswert.

BestBoyZ Ranks

BestBoyZ Ranks zu dem Google Nexus 7

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Veröffentlicht unter: Tests

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56 Kommentare

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ase
| 4 Kommentare bisher abgegeben

sehr ausführliches schönes review hast du da geschrieben kamal. aber mir sind fehler aufgefallen. bitte nicht böse sein ist mir nur aufgefallen im text.

Unter Software:

wie z.B: Im Klartext: Es werden mir Dinge präsentiert, für !DIE! ich eigentlich hätte eine Suche starten müssen ( hattest die vergessen)

oder: Ferner soll das System Flüge, Sportergebnisse oder Kinovorstellungen darstellen können — in den USA geht‘s das schon jetzt. – müsste das nicht heißen in den USA geht das schon jetzt?!

ich weiß besserwisser aber trotzdem wollte dich nur darauf hinweisen. habe noch weitaus mehr gefunden.

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Chris
| 65 Kommentare bisher abgegeben

Cooles review und cooles tablet. :-) Kenne mich mit tablets aber nicht aus. Was muss man da beachten wenn man sich so ein ding kauft? Bin bei o2 brauchts dann einen neuen tarif oder kann ich mit meiner simkarte das tablet verwenden?

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Open_Source
| 837 Kommentare bisher abgegeben

Das Nexus 7 hat keine 3G/4G-Konnektivität. Wenn du unterwegs damit surfen möchtest, ist das nur mit einem Handy möglich , das eine WLAN-Hotspot Fähigkeit aufweist.

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Jan
| 7 Kommentare bisher abgegeben

Ich würde keinen Satz verstehen, wenn ich mir ein Buch vorlesen lassen würde.

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Teddy
| 2 Kommentare bisher abgegeben

Wann kommt denn das nächste Handy Review ??

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g-coast
| 3 Kommentare bisher abgegeben

gibt es da nexus 7 denn in unterschiedlichen farben? ihr habt ja ein weißes getestet. im google playstore steht nichts davon, es gibt nur das schwarze bzw man kann nur zwischen 8 oder 16gb wählen…

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Alejandro
| 1 Kommentare bisher abgegeben

Kurze Frage, kann man mit dem Nexus 7 auch PDF’s , .doc und Excel Dateien öffnen bzw. Hochladen ?

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