Von am 12.04.2012 um 06:00:04 Uhr veröffentlicht, 83 Kommentare Google+-Logo

Nokia verkauft 83 Millionen Geräte im ersten Quartal — Aktien sinken so tief wie zuletzt 1997

Nokia befindet sich im Aktienmarkt auf Talfahrt.

Nokia N9

Der finnische Hersteller setzte sich einst mit seiner Communicator-Reihe auf dem Markt durch und blieb dort als führender Mobil-Telefon-Hersteller recht lange bestehen. Dann kam Apple mit dem iPhone und Google mit Android OS. Daraufhin wechselte Nokia die Strategie und verließ das sinkende Schiff Symbian OS gerade noch rechtzeitig, um darauf eine Antwort mit Windows Phone OS zu formulieren.

Das Lumia 800 überzeugte dank des innovativen Designs und eines ehrgeizigen Marketings, doch wenn gleich das neue Flaggschiff aus dem Hause Nokia in aller Munde zu sein schien, konnte es sich auf dem Smartphone Markt nicht genug positionieren: 83 Millionen Geräte wurden im ersten Quartal verkauft, wovon zwei Millionen zu der Lumia 800 Serie gezählt werden dürfen. Das sind zu wenige. Das sind so tiefe Zahlen, wie man sie so noch nicht gesehen hat. Damit verzeichnete das Unternehmen einen dreiprozentigen Verlust, während Gewinne von mindestens o,4% für das erste Quartal erwartet waren.

Die Aktienkurse lassen Nokia diese Zahlen schmerzhaft spüren, eine Aktie sank auf einen Preis von 3,10 Euro . So tief standen die Aktien das letzte mal im Jahre 1997.

Nokia befindet sich auch in keiner einfachen Situation: Der Absprung von Symbian OS gelingt nur zäh, der Übergang zu Windows Phone OS verläuft schleppend. Man habe sich mehr davon erwartet — besonders die Investoren am Aktienmarkt. Hinzu kommen weitere Probleme, die wie Lawinen auf das Unternehmen zurollen. Im Tal ist das Grollen der zerstörerischen Schneemassen bereits zu hören: Ende 2012 wird sich der Markt auf Samsung und Apple fokussieren, das iPhone der sechsten Generation wie auch das Samsung Galaxy SIII werden erwartet und  Nokia tiefer ins Abseits drängen.

Diese beständige Talfahrt hat Konsequenzen: Seit 2010 wurden 30.000 Mitarbeiter entlassen und Nokia ist auch kein Top Seller im Smartphone-Segment mehr: Samsung überholte das Unternehmen im ersten Quartal.

Zumindest für das Jahr 2012 scheint Nokia im negativen Sinne ausgesorgt zu haben — es sei denn, das letzte Ass aus dem Nokia-Ärmel, das PureView 808 mit der achtunddreißig Megapixel Kamera, wird gegen den Hype um das Samsung Galaxy SIII und das iPhone 5/6 ankommen.

Was meint Ihr — ist das nur eine kurze Durststrecke oder der Anfang vom Ende?

[Quelle: Reuters]

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Veröffentlicht unter: Allgemein Business

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83 Kommentare

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sars82
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Barschdler
| 1 Kommentare bisher abgegeben

Ich finde es geschieht Nokia recht…ich will ja nicht nachtragend sein aber Nokia hat Standorte in Deutschland geschlossen wegen der Gewerbesteuer.was zur Folge hat, dass zwar die Produktionskosten sinken aber die Qualität darunter leidet. Und ein gut funktionierendes Unternehmen muss stets auf das Gleichgewicht zwischen Qualität,Arbeitnehmer/Arbeitgeber,Kunden und dem Preis finden. Es wird noch viel schlimmer kommen für Nokia.

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