Von am 19.10.2012 um 16:36:32 Uhr veröffentlicht, 10 Kommentare Google+-Logo

Google äußert sich zu der Kritik an eigenen Datenschutzrichtlinien

Google weist EU-Kritik zurück.

Logo der Google Incorporated

Die Änderungen der Datenschutzrichtlinien sorgten für einigen Trubel in Europa. Die darin implementierte Erlaubnis, dienstübergreifend Daten zu vernetzen, um eine Art Metaprofil des Nutzers zu erstellen, entspräche nicht den EU Richtlinien, bezogene Informationen nur für diese eine Sache zu gebrauchen.
Drei bis vier Monate habe der Suchmaschinengigant Zeit, das Ganze zu überarbeiten.

Google ging daraufhin in die Offensive, stellte sich einer Diskussion über die Datenschutzrichtlinien, in der das Unternehmen die technische Innovation in den Vordergrund hob und an die eigentliche Verantwortlichkeit appellierte. Damit sind vor allem die Bildungsinstitute gemeint, Lehrkräfte sollen ganz neue Medienkompetenzen entwickeln und als Werkzeug an die Hand bekommen, um Schülern ein Bewusstsein dafür zu schaffen.

Überhaupt war Medienkompetenz ein wichtiges Schlüsselwort: Der Nutzer müsse verstehen, was passiert und daraufhin selbst bestimmen können, was er erlauben und nutzen möchte und was eben nicht. Dazu seien eben jene Kompetenzen wichtig.

Generell wieß Google die Vorwürfe vehement zurück: Es gehe um Innovation. Bestimmte Dienste seien unter anderen Umständen nicht möglich, Fortschritt wäre nicht möglich. Natürlich bestünde Handlungsbedarf, diese läge aber in der Aufklärung der Nutzer – nicht bei Google.

[Über: heise]

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Veröffentlicht unter: Allgemein Services

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10 Kommentare

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TheChrystal
| 523 Kommentare bisher abgegeben

klar möchte Google jegliche Verantwortung von sich weisen, was so bestimmt auch nicht ganz korrekt ist.

Allerdings haben sie absolut recht wenn sie sagen, dass den Nutzern mehr Medienkompetenz beigebracht werden muss. Besonders in Deutschland zeigen die meisten Menschen eine unfassbare Inkompetenz im Umgang mit dem Internet, und schreien dann ganz laut “Datenschutz!”.

Wenn ich sehe, dass in manchen Schulen Handys teilweise noch komplett verboten sind, und die Lehrer nur Bücher als Quellen dulden, kann ich echt nur den Kopf schütteln. Die jungen Leute müssen verstärkt im Umgang mit dem Internet geschult werden. Sonst haben sie mit 18 immer noch keine Ahnung davon, geben vollständige Webadressen bei Google ein und sind nicht in der Lage, gute Quellen von schlechten Quellen zu unterscheiden. Aber dann wird wieder ganz groß auf das böse Internet, und die bösen Datenstehler Google und Facebook geschimpft.

Es ist eine Schande, dass das Volk allen Ernstes verlangen will, dass die großen Konzerne für die Dummheit der Nutzer verantwortlich sein müssen. Jedem, der auch nur halbwegs Ahnung hat, ist genau bekannt, welche Daten Google sammelt und was sie damit machen. Wer das nicht will soll es nicht nutzen, fertig.

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Lenny
| 192 Kommentare bisher abgegeben

@TheCrystal

Ich sehe es genauso.

Es gibt zwei Möglichkeiten:

1.
Man geht den innovativen Schritt und lässt es zu, dass Google Daten sammelt, um personalisierte Werbung anzubieten zu können (wodurch sie sich ja letztendlich auch finanzieren).
Der Vorteil ist, dass man im Alltag leicht an die richtigen Informationen kommt und z.B. durch GoogleNow unterstützt wird. Zudem kann man die ganzen nützlichen Dienste von Google umsonst nutzen (Maps, Navigation, Kalender usw.)
ABER, dann muss man auch genau wissen, was man preisgeben sollte und was nicht! Ich bin ebenfalls oft schockiert, wie leichtsinnig viele Leute sehr private Fotos oder Daten bei Google+ (oder vor allem facebook!!!) freigeben ohne überhaupt darüber nachzudenken! Aber ich finde, dass die Verantwortung bei jedem selbst liegt oder bei den Eltern von Minderjährigen!

2.
Man verbietet die Verknüpfung der einzelnen Daten. Einfaches Beispiel: Ich suche bei Chrome nach einem Notebook. Google kann jetzt nicht mehr diese Informationen in Verbindung mit Maps oder google+ nutzen und mir eine Werbung platzieren, wo in meiner Umgebung günstige Angebote für Notebooks sind.
Der große Nachteil ist aber, ich kann z.B. unterwegs keine Informationen schnell beziehen, die auf MICH zugeschnitten sind oder die ich an diesem Ort und zu dieser Zeit brauche, sondern muss ggf. eine Suchmaschine oder ein Navi benutzen, wie man es vor 5 Jahren gemacht hat und mich systematisch und umständlich durcharbeiten!

Ich persönlich möchte die Erleichterung durch Googles “Verknüpfung” der einzelnen Dienste nicht mehr missen!
Und wie Du schon sagst. Es ist ein absoluter Widerspruch, dass unsere Gesellschaft einerseits nach “Datenschutz” schreit, aber andererseits total leichtsinnig alle persönlichen Daten ins Internet stellt!!!

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| 603 Kommentare bisher abgegeben

Auf der einen Seite ist es ja wirklich keine Neuigkeit, dass Google Daten sammelt und dadurch sehr personalisierte Werbung einblenden kann. Auf der anderen Seite wird damit auch die Finanzierung ermöglicht und die Google Dienste werden auf diese Weise eben mit Daten “bezahlt”.

Außerdem: angeben muss ich ja fast nichts. Ich kann sogar – wenn ich das will – den privaten Modus des Browsers nutzen, dann werden nicht mal Cookies gespeichert. Ein YouTube, Google+ oder sonst was Profil ist ja keine Pflicht!

Aber richtig ist auch, wieso kann man nicht einfach eine Art einfache “Settings-Seite” einrichten mit X Schaltern die genau sagen, was ich damit erlaube und was nicht?!

Gabriel, BestBoyZ.de

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Tamashii
| 75 Kommentare bisher abgegeben

Hallo,

ich sehe das teilweise genauso, teilweise anders…

Einerseits stimmt es, dass die Medienkompetenz der Nutzer gestärkt werden muss – vollkommene Zustimmung.

Andererseits hat man, selbst als gebildeterer Nutzer, einfach nicht die Möglichkeit, sich gegen bestimmte Dinge zu schützen, einfach, weil es keine Option dazu gibt.

Und worauf ich überhaupt nicht stehe, sind diese Aussagen wie “wer das nicht will darf es halt nicht nutzen”.
Es muss halt auch eine Möglichkeit geben, Internet- und Smartphone-Dienste zu nutzen, ohne zwangsläufig Daten zu liefern – so leicht dürfen wir es den Firmen einfach nicht machen, finde ich.

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TheChrystal
| 523 Kommentare bisher abgegeben

Google stellt uns diverse praktische Dienste bereit, und das komplett kostenfrei. Sie betreiben Pionierforschung in diversen Bereichen (Google Self Driving Car) und werden für absolut nichts bezahlt. Natürlich muss Google sich auch finanzieren können.

Alle haben sich daran gewöhnt, dass Google diverse toller Dienste kostenlos bereitstellt. Natürlich muss Google auch irgendwas davon haben, das ist jawohl selbstverständlich.

Und wer dies nicht will, der muss auf die Google Dienste verzichten, dass ist doch eine ganz einfache Logik. Wer nichts geben will darf auch nicht erwarten, alles uneingeschränkt nutzen zu dürfen.

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Tamashii
| 75 Kommentare bisher abgegeben

Deine Argumentation verstehe ich und sie leuchtet mir auch ein, aber was ich überhaupt nicht ok finde ist, wie oft es schon vorkam, das Google, ganz aus Versehen natürlich, über Safari und beim StreetView-Photos schießen, zufällig noch ganz andere Daten gesammelt hat.
Dieses andauernde “aus Versehen” finde ich schon echt peinlich…

Ich mag Google übrigens an sich und nutze auch selber diverse Dienste und liefere auch bewusst Daten, aber ich sehe nicht ein, dafür bedingungslos ALLES hinnehmen zu müssen.

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Daniel
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Ich frage mich, warum sich immer noch der Staat einmischt, wenn der Nutzer doch selbst bestimmen kann, ob Google Daten sammelt oder nicht.
Was ist so schlimm an “personalisierter Werbung”?
Kaufen tun wir alle, ob über Google oder dem TV.
Bei Google kann ich selber bestimmen welche Daten gesammelt werden! Kann ich das auch beim Arzt oder bei meiner Krankenkasse: Nein!

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Karlo
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Wenn bei einer gewissen anderen Firma die Standort Daten von Sendemasten erfasst werden, wird ein Riesentrara darum gemacht und alle bestehen auf ihren Datenschutz. Wenn Google aber alles mögliche an Daten über einen sammelt, geht das auf einmal völlig in Ordnung für die gleichen Leute, denn schließlich stellt das arme arme Google doch so viele “tolle” Dienste kostenlos zur Verfügung und muss sich ja auch irgendwie finanzieren.
Eine Heuchelei ist das immer hier, fantastisch.

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Lenny
| 192 Kommentare bisher abgegeben

Welche Firma meinst Du?

Ich finde es kommt immer darauf an, ob mich diese Firma VORHER informiert, welche Daten sie von mir sammelt und wie! Tut sie es nicht, handelt sie in meinen Augen kriminell. Auch finde ich es nicht ok, wenn Firmen wie z.B. facebook zwar darauf hinweisen, aber dies versteckt im Kleingedruckten machen!

Ehrlich gesagt, wer sich heutzutage nicht vorher mal wenigstens etwas informiert, was mit persönlichen Daten passiert (in clouds, im social network), der ist selbst Schuld!

Zu Google…Du musst Google oder die Dienste (Mail, Kalender, Maps Google+ usw.) doch nicht nutzen.
Und eine wirklich gute Übersicht findest Du im Google-Dashboard!!!

Einfach bei google “dashboard” eingeben und Du hast alles aufgelistet, wo Du was preis gibst! Da kannst Du selber entscheiden, ob Du das “Risiko” eingehen willst oder nicht!

http://www.netzwelt.de/news/91080_2-neue-datenschutzerklaerung-google-fuehrt-nutzerdaten-seiner-dienste-zusammen.html

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TheChrystal
| 523 Kommentare bisher abgegeben

Menschen konnten früher ohne Google und die Dienste leben. Du würdest es heute bestimmt auch noch schaffen, also wenn du nicht bereit bist, den Preis zu zahlen, dann nutze sie nicht. Ganz einfach.

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