Von am 20.10.2012 um 20:57:05 Uhr veröffentlicht, 60 Kommentare Google+-Logo

Experte meint: 1080p-Auflösung auf Smartphone ist nicht wirklich besser als 720p

Experte für Display-Technologie belächelt Werbestrategie der Smartphones mit 1080p-Auflösung.

HTC J Butterfly

HTC-Smartphone mit 1920×1080 Pixel-Auflösung und 440ppi.

Das ist im Moment eines der wichtigen Kriterien eines High End-Smartphones: Es sollte mit einer möglichst hohen Auflösung auf den Markt kommen. Brillantere Farben, mehr Sättigung und Schärfe, das verspricht der ein oder andere Hersteller seinen Kunden. Und da wir mittlerweile viel auf unseren Bildschirmen gucken, ist das auch ein kräftiges Argument.

Dr. Raymond Soneira, CEO von DisplayMate, klärt allerdings auf: Eine 1080p-Auflösung, also 1920 Pixel in der Breite mal 1080 Pixel in der Höhe im Vollbildverfahren, unterscheidet sich im Grunde nicht von einer 720p-Auflösung (1280 mal 720 Pixel) — da das menschliche Auge eine derartig hohe Pixeldichte auf einem kleinen Display nicht wahrnehmen kann. Die meisten werden Bilder und Videos als kaum schärfer empfinden, da die Medien ohnehin auf viele Pixel aufgeteilt werden — von der Auflösung ganz unabhängig.

Die höhere Auflösung könnte sich sogar negativ auswirken. Hält man das Gerät etwas weiter von sich entfernt, reduziert sich die Schärfe. Augen vom Durchschnitt aller Menschen können nicht mehr als 229 Pixel pro Zoll erfassen. Als Apple sein Markendisplay „Apple Retina“ vor zwei Jahren vorstellte, sagte man, dass die ideale Pixeldichte 326ppi sei. Nahezu jedes High-End Smartphone löst heute ähnlich hoch oder noch höher auf…

Es verhält sich hiermit also ähnlich wie beim Megapixel-Wahn der mobilen Kameratechnologie: Mehr ist eben nicht wirklich immer mehr. Aber gut verkaufen lässt sich das Ganze und wird es auch weiterhin.

[Quelle: Ars Technica]

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Veröffentlicht unter: Allgemein Technologie

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60 Kommentare

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zedan
| 10 Kommentare bisher abgegeben

boah man verwendet ein handy um zu telofonieren, surfen, spielen… UND NICHT UM DIE PIXELN ZU BEOBACHTEN!!!!

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WolfgangN
| 1 Kommentare bisher abgegeben

Naja, wer was noch sieht kann meist nur der jeweilige Betrachter selbst wirklich aussagen. Zu behaupten man sehe den Unterschied auf keinen Fall, ist ja in jedem Fall eine Verallgemeinerung. Die meisten hier werden ein solches Display ja noch nicht gesehen haben.
Wir hatten ein solches Musterdisplay auf Arbeit und die Details kann man durchaus sehen, ein solches Display ist bei entsprechender Qualität einfach brilliant und ein echter Augenschmaus. Natürlich will darauf niemand ein Menü mit Linienbreiten von einem Pixel haben, das bringt nichts. Aber das Display sollte halt für die anspruchvollste Anwendung des Geräts ausgelegt sein, nicht auf die Anspruchloseste.
Das die Schärfe sogar abnimmt, wenn man das Display weiter weg hält, ist wohl ein Missverständnis um nicht zu sagen völliger Quatsch. Die Erkennbarkeit von Details nimmt ab, die Bildqualität bleibt dagegen konstant. Nur bei Mustern mit z.B. einer Linienbreite von einem, oder zwei Pixel wäre diese Linie bei weitem Betrachtungsabstand nicht mehr deutlich erkennbar (die Bildschärfe wäre noch gegeben, nur die Erkennbarkeit nimmt ab). Deshalb wäre es natürlich unsinnig, Texte mit Buchstabengrößen von nur 8 Pixel auf ein solchem HD Display für Menüs etc. zu verwenden. So ein Quatsch ist aber kein Argument gegen ein gutes Display, sondern nur ein Hinweis, man möge doch Vernunft walten lassen…. Stellt man auf einem solchen Display Menüs und Menüstrukturen mit Linienbreiten dar, die im Verhältnis dem heutiger Displays entsprechen, verändert sich die Schärfe für das Auge natürlich nicht.

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